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Landidyll oder Legebatterie – 8 Fakten über das Hühnerei

Landidyll oder Legebatterie – 8 Fakten über das Hühnerei

Was spricht denn gegen den Konsum von Eiern, wenn sie nicht befruchtet sind und daraus nie ein Huhn werden wird?“

Diese Frage stellte mir kürzlich eine Kundin. Macht ja auf den ersten Blick auch Sinn, sieht das Ei doch fast nach einem „Abfallprodukt“ oder „nutzlosen Überbleibsel“ der Henne aus, das keine Verwendung mehr findet. Dann doch lieber essen, bevor es verkommt. So hatte ihre Mutter es ganz pragmatisch begründet und sie verunsichert, ob nicht zumindest die Eier von freilaufenden Hennen im Dorf aus tierrechtlicher Perspektive vertretbar seien. Wenn wir uns näher mit der Eierproduktion und den Haltungsbedingungen der Legehennen beschäftigen, lernen wir folgende Fakten verstehen:

Wie lebt die moderne Legehenne?

Die moderne Legehenne ist ein Zuchttier, das zu einer maximalen „Ausbeute“ durch den Menschen hochgezüchtet ist. Im Gegensatz zu einer „normalen“ Henne legt die Industriehenne statt ca. 17 ganze 285 Eier pro Jahr1. Das ist natürlich gesundheitlich extrem anstrengend und schwächend, weshalb – ähnlich wie bei Milchkühen – ihre Produktionsdauer beschränkt ist und sie nach nur durchschnittlich 22 Monatenausrangiert und geschlachtet wird. Die Lebensdauer freilebender Haushühner beträgt 6-9 Jahre.

Was passiert mit den männlichen Küken?

Bei der Züchtung entstehen natürlich nicht nur weibliche Tiere, sondern auch männliche Küken. Da Diese für die Eierproduktion – auch im Bio-Bereich – nicht verwertbar sind, werden sie noch am Tag ihres Schlüpfens „geschreddert“ oder vergast. Eine Praxis, die nicht zuletzt dank ihrer unglaublichen Grausamkeit und Missachtung des Lebens bundesweit für Aufregung gesorgt hat und hoffentlich bald gesetzlich verboten wird (frühestens im Herbst 20193). „In Deutschland werden jährlich 45 Millionen Eintagsküken zerschreddert oder vergast; das sind über 100.000 Tiere täglich“4.

Was bedeutet artgerechte Haltung?

Selbst unter den besten Haltungsbedingungen in EG-Bioqualität liegt die Platzdichte der Hennen immer noch bei 6 Hennen pro Quadratmeterplus einem Außenbereich von 6qm/Henne. Da von natürlichen Haltungsbedingungen zu sprechen ist schon fragwürdig. Dabei ist das mit 7,4 ProzentMarktanteil nur die Spitze des Eisberges in Bezug auf die Haltungsbedingungen der Muttertiere. In der Bodenhaltung, die in Deutschland bei über 50% Marktanteil liegt, teilen sich 9 Hennen 1qm Platz, ohne Freilauf.

Welche Rolle wird dem tierischen Sozialverhalten eingeräumt?

So wenig Platz und Möglichkeiten, Abstand zu nehmen, bietet natürlich – wie in allen sozialen Extremsituationen – viel Platz für Stress und Keilereien. Obwohl das früher weit verbreitete Schnabelkürzen mittlerweile kaum noch Anwendung findet kommt es weiterhin unter den Hennen zu gegenseitigen Pick-Attacken und sogar zu Kannibalismus. Dafür gibt es in der industriellen Hühnerzucht sogar einen festen Begriff: „Frustration“ der Henne.

Was wird den Hühnern gefüttert und was passiert im Krankheitsfall?

Das industrielle Futter der Legehennen besteht aus unzähligen Einzelstoffen. Darunter Fischmehl, Milchpulver, Sojagranulat und industrielle Abfälle wie Ölgemische. Zudem sind viel zu oft auch Antibiotika untergemischt. Diese dürfen zwar nicht mehr prophylaktisch gegeben werden, aber im Krankheitsfall von einzelnen Tieren werden aus Vorsichtsmassnahmen automatisch alle Tiere im Stall medikamentös behandelt. Wieviel Antibiotika der einzelne Betrieb verbraucht unterliegt keiner strukturellen staatlichen Kontrolle. Kein Wunder, dass „Auf 88 Prozent der bei Discountern gekauften Putenfleisch-Proben [hat] der BUND antibiotikaresistente Keime gefunden“hat. Ein massives Problem für unser Gesundheitssystem. Und als wäre das nicht genug, haben auch andere Krankheitserreger wie die Vogelgrippe oder Salmonellen ihren Ursprung im Hühnerstall.

Worüber reden wir hier eigentlich? Was ist ein Ei?

Was ist denn nun dieses tolle Produkt Ei, von dem jeder Bundesbürger im Schnitt über 200 Stück pro Jahrverzehrt? Das Ei ist, wie der Name schon sagt, das Ovulationsprodukt der Henne, ähnlich dem Ei der menschlichen Frau, welches auch nach dem Eisprung unbefruchtet wieder ausgeschieden wird. Gegessen wird also ein Menstruationsprodukt. Na, wenn einem da nicht das Wasser im Munde zusammenläuft. Zumal die Henne nur über einen einzigen Kanal für Ausscheidungen aller Art verfügt.

Fördert oder schadet das Ei der menschlichen Gesundheit?

Versorgt so ein Ei nicht spielend leicht mit allerhand wichtiger Nährstoffe? Als erstes fällt einem da natürlich die Proteinversorgung ein, mit einem ausgewogenen Aminosäureprofil beim Hühnerei, dem „Eiweiß“, was ja insbesondere für Kinder in Wachstumsphasen ein relevanter Faktor ist. Allerdings gibt es auch pflanzliche Lebensmittel mit ähnlich hoher Bioverfügbarkeit sowie einfache Kombinationsmöglichkeiten (wie z.B. Getreide mit Hülsenfrüchten), um die Eiweißqualität im eigenen Speiseplan kinderleicht zu optimieren. Dem Ei wird gerne zugute gehalten, ein Nährstoff-dichtes Lebensmittel bei gleichzeitig geringer Kalorienanzahl zu sein. Das mag ein Vorteil sein für Menschen, die sich sonst eher nährstoffarm und hochkalorisch ernähren, Stichwort Junk Food. Bei vollwertiger pflanzlicher Kost ist das allerdings kein Thema und da das Ei jetzt auch keinen „vegan-kritischen“ Nährstoff in Hülle und Fülle enthält, fällt dies als Argument für den Eierkonsum weg.

Was sagt die Studienlage zum Thema Eierkonsum?

Auf der anderen Seite enthüllte die Harvard Nurses Health Studyeinen Zusammenhang zwischen arteriosklerotischen Verkalkungen und Eierkonsum, welche mit der hohen Menge des im Ei enthaltenen Cholesterins begründet wird und das Leben der weiblichen Probantinnen genauso verkürzen soll wie vergleichsweise das Rauchen von 5 Zigaretten über einen Zeitraum von 15 Jahren. Darüber hinaus werden Eier immer wieder in Zusammenhang mit der Entstehung von Prostata-Krebs gebracht10. Auch wenn die negativen gesundheitlichen Auswirkungen bis heute noch nicht vollends erforscht sind, zeigen diese beiden Beispiele bereits das Risikopotential des Hühnereis auf.

Fazit

Dann doch lieber auf gesunde pflanzliche Alternativen zurückgreifen, die mindestens genauso nährstoffdicht, aber ohne die negativen Nebeneffekte des Hühnereis sind – seien sie gesundheitlicher, ethisch-moralischer oder tierrechtlicher Natur!

 

P.S. Fragst du dich ganz praktisch, wie du Eier in der pflanzlichen Küche ersetzen kannst?

Hier stelle ich einige pflanzliche Alternativen zum Kochen und Backen vor:

  • Apfelmus: zum Binden von Gebäck
  • Kichererbsenwasser (Aquafaba): als Alternative zu Eisschnee
  • Bananen: zerdrückt als Alternative zum Binden von Backwaren
  • Chia- oder Leinsamen: zum Binden von Gebäck
  • Pfeilwurzel-, Soja- oder Johannisbrotkernmehl: zum feinden binden von Saucen und Backwaren
  • Mineralwasser: für besonders fluffigen Teig (in Kombination mit Backpulver)
  • Seidentofu: für weichen Kuchen
  • Speisestärke: für Puddings und Saucen
  • Tomatenmark: zum Binden für herzhafte Gerichte wie Burgerpatties
  • Tofu: für Aufstriche und Quichefüllungen
  • Kala Namak: für den typischen Ei-Geschmack im Rührtofu

Mehr Infos zu den unterschiedlichen Ei-Alternativen auf PETA

 

Fällt es dir noch schwer, insbesondere außer Haus auf Kuchen & Co mit Eiern zu verzichten wenn du keine Alternative findest? Oder bist du dir oft unsicher, in welchen Produkten eigentlich überall Eier drin versteckt sind? Fehlt dir die Erfahrung beim Kochen & Backen ohne Ei aber du möchtest jetzt endgültig ganz auf vegan umstellen? Wenn Du es ernst meinst und den Schritt in die vegane Familie schaffen möchtest, dann hol‘ dir meine Unterstützung und buche dir hier dein kostenloses „Ich bin es mir Wert“ – Gespräch! 

>>>Zum Onlinekalender

 

Quellen:

1:https://www.thuenen.de/media/publikationen/landbauforschung-sonderhefte/lbf_sh322.pdf

2:https://www.thuenen.de/media/publikationen/landbauforschung-sonderhefte/lbf_sh322.pdf

3: https://www.mdr.de/investigativ/kueken-schreddern-kein-ende-in-sicht-100.html

4:https://de.wikipedia.org/wiki/Eintagsk%C3%BCken

5:https://www.thuenen.de/media/publikationen/landbauforschung-sonderhefte/lbf_sh322.pdf

6:https://www.worldsoffood.de/gesundes-und-bio/bio-a-co/item/564-zahlen-und-fakten-rund-um-das-ei.html

7: https://www.bund.net/massentierhaltung/antibiotika/

8:https://www.thuenen.de/media/publikationen/landbauforschung-sonderhefte/lbf_sh322.pdf

9:http://www.nurseshealthstudy.org/

10: https://nutritionfacts.org/2013/11/19/why-are-eggs-linked-to-cancer-progression/

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