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Ich bin vegan, aber mach dir bitte keine Umstände!

Ich bin vegan, aber mach dir bitte keine Umstände!

Über den Umgang mit einem vegan-kritischen Umfeld

Wer kennt das nicht: ein abschätzender Blick, ein blöder Kommentar oder auch nur ein bedrücktes Schweigen.Wenn man sich als Veganer „outet“ reagieren Freunde und Familie oft mit Unverständnis. So kommt es dann zu unbequemen Situationen im Büro, beim Kindergeburtstag, in der KiTa oder auch an Feiertagen wie Weihnachten, wo klassischerweise mit viel Fleisch gekocht wird und die Emotionen besonders schnell hoch kochen.

Insbesondere für Neu-VeganerInnen und Menschen, die gerade erst ihre Ernährung umstellen, sind solche Situationen schwierig und enden oft in verschämtem Schweigen oder hilfloser Sprachlosigkeit, weil man einfach selbst nicht so richtig weiss was man sagen soll und keine zehn Argumente parat hat wenns drauf ankommt. Wie gehe ich denn mit der Einladung zum Kindergeburtstag um, mit der Weihnachtsfeier im Büro oder mit den anderen KiTa-Müttern, die einen für total durchgeknallt halten? Was sage ich meinem Kinderarzt oder der Frauenärztin?

Dieser Artikel möchte dir ein paar Strategien und Möglichkeiten für den Umgang mit einem vegan-kritischen Umfeld im Alltag an die Hand geben

  1. Haltung bewahren! An oberster Stelle stehst du selbst. Also deine Haltung. Wie gehst du damit um, vegan zu leben? Was kommunizierst du durch Körpersprache, bewußt und unbewußt an Andere? Lädt deine Haltung vielleicht indirekt dazu ein, an dir und deiner Lebensweise Kritik zu üben? Es ist ja so: Je selbstbewußter und sicherer wir mit uns selbst und einem Thema sind, desto überzeugender wirken wir auch auf Andere. Wenn wir also unsicher sind und uns unwohl fühlen, spürt das auch unser Gesprächspartner und bekommt indirekt die Info von uns: ich weiss selber nicht so genau was ich da mache. Das animiert natürlich ungemein zum Kritik üben. Wenn ich aber selbstbewußt und sicher auftrete, transportiert das über unsere Körpersprache das ich genau weiss, was ich will, warum ich etwas mache und das ich voll dahinter stehe. Gegen so ein geballtes Selbstbewusstsein soll sich erstmal jemand trauen, was zu sagen. Die Frage an dieser Stelle ist also, was brauchst du dafür, dir so ein starkes Selbstbewusstsein und deine eigene Überzeugung aufzubauen oder Diese zu vertiefen? Meiner Meinung nach sind das zwei Schritte. Der Erste geht nach Innen, der zweite dann nach Außen. Im ersten Schritt schaust du in dich hinein und überlegst dir, was dir quasi noch fehlt um voller Inbrunst und Überzeugung deine Veganerin in die Welt zu schreien. Das können Argumente und Schlagfertigkeit sein, fehlendes Wissen über ganz konkrete Themen wie Nährstoffversorgung oder auch Hintergrundwissen zur eigenen Überzeugung. Sobald du erkannt hast, wo bei dir noch die Lücke liegt, kannst du sie aktiv schließen und damit deine Überzeugung und dein Gefühl von Sicherheit maximieren. In diesem Moment wird dir Schritt zwei, das Rausgehen mit deiner Information, das geradestehen für deine Werte und Überzeugungen, geradezu leicht fallen und vielleicht sogar Freunde bereiten. Deine innere Klarheit wird sich unmittelbar auf deine Gesprächspartner übertragen und statt nerviger Witze oder stichelnder Kommentare wirst du eine anerkennend hochgezogene Augenbraue oder respektvolle Stille erzeugen.
  2. Übung macht den Meister! Das Gute ist ja, dass du einen Kopf und ganz viel Phantasie hast. Das heisst, du kannst diese kritischen oder für dich unangenehmen Situationen üben! Du wirst sehen, wenn du ein fiktives Gespräch mehrmals im Kopf durchgegangen bist, gewinnst du an Selbstsicherheit und fühlst dich nach einigen Durchläufen geradezu eloquent im Dialog. Und genau das wirst du dann in der realen Situation auch transportieren. Die gleiche Technik im Übrigen, die Spitzensportler auch dazu nutzen, ihre Ziele zu visualisieren und in Gedanken Übungsabläufe und Bewegungen durchzugehen. Man nennt das Mentaltraining. Dazu versetzt du dich einmal in die Lage deines Gegenübers, sei es deine Frauenärztin, eure Kinderärztin oder aber auch die Schwiegermutter oder der eigene Partner. Versetze dich also mal in dieses andere Paar Schuhe und ergründe die Ursachen und Gründe für deren Kritik an deinem veganen Lebensstil. Versuche einmal, ihre Motivation zu verstehen, also warum sie dir gegenüber kritisch eingestellt sind und dann finde deine Argumente dagegen. Formuliere klar deine eigene Haltung ohne dabei konfrontativ zu sein. Am besten schreibst du dir einen möglichen Dialog mit allen möglichen Varianten einmal auf. Je mehr du das Gespräch visualisierst und durchsprichst, desto sicherer wirst du in deiner Position werden und im realen Gespräch – wenn du es herbeiführst – die Oberhand gewinnen bzw. deine Positionen klar vertreten anstatt ohne passende Argumente in die Defensive zu geraten. Schließlich hast du im Kopf schon alles 1000 Mal geübt!
  3. Nobody is perfect! Eine klare Position zu beziehen heisst nicht, über allem zu stehen und unberührbar anzumuten. Ganz im Gegenteil: Lass andere Menschen an deiner Geschichte, deinen Gedanken und Gefühlen teilhaben, zeige dich offen und verletzlich aber stehe gleichzeitig 100% hinter deinem persönlichen Weg und deinen Entscheidungen. Das macht dich nahbar und andere Menschen können sich auf einer menschlichen Ebene in dich rein versetzen und Empathie entwickeln. Es geht nicht darum mit dem erhobenen Zeigefinger andere zu diskreditieren, sondern einfach klar und selbstbewußt die eigene Haltung zu verkörpern.
  4. Sei du Selbst! Bei sich selbst zu bleiben ist oftmals eine große Herausforderung. Gerade wenn wir in emotional aufgeladene Situationen mit unseren besten Freunden oder der eigenen Familie geraten. Oft kochen die Gemüter dann so hoch, das wir persönlich und emotional werden und uns über den Anderen ärgern, der unseren Standpunkt nicht verstehen will oder unsere Anschauung nicht teilt. Fakt ist: Du kannst jemanden, der sich partout nicht für Ernährung allgemein oder die vegane Lebensweise im Besonderen interessiert, davon überzeugen. Da rennst du gegen Wände und es kostet dich Unmengen an Energie, die im Nichts verpufft. Im schlimmsten Fall erscheinst du deinen Mitmenschen besserwisserisch und überzogen aufklärerisch, vermittelst ihnen ein schlechtes Gewissen oder das Gefühl sich rechtfertigen zu müssen. Anstatt Menschen bekehren oder durch Überzeugungsarbeit aufrütteln zu wollen darfst du lieber mit gutem Beispiel vorangehen und deine Überzeugung vorleben! Denn wer will schon an seine Fehler erinnert oder auf seine Schwächen aufmerksam gemacht werden? Eben. Aber Spaß beim Kochen wollen wir alle haben ebenso wie tolle neue Geschmackserlebnisse, eine verbesserte Gesundheit, Fitness und Ausstrahlung! Lebe also deine Version veganer Lebensfreude vor, stecke damit an und stehe damit für dich. Das meine ich auch mit „bei dir selbst bleiben“. Selbst wenn dein Gegenüber weiterhin nichts von deinem Vegan sein wissen will oder sich sogar dagegen ausspricht, ist das nicht dein Problem. Du trägst die Verantwortung für dich und deine Familie. Wie andere darüber denken oder wie oft sie sich noch echauffieren wollen, das ist deren Baustelle und kann dir gelinde gesagt…
  5. Gemeinsam sind wir stark! Suche dir ein unterstützendes Umfeld und Gleichgesinnte. Immer nur umgeben von Andersdenkenden und Fleischessern zu sein kann definitiv eine große Herausforderung im veganen Familienalltag sein. Deswegen solltest du dir auf jeden Fall ein unterstützendes Umfeld und Gleichgesinnte suchen. Sei es über Social Media Kanäle wie Facebook-Gruppen, regionale Picknicks und Veganer-Treffs oder Anderes. Suche aktiv nach neuen Kontakten mit denen ihr gemeinsam den veganen Lebensstil zelebrieren könnt und ganz wichtig auch mit Kindern: den Kids einfach vorleben könnt, wie normal veganer Alltag ist.
  6. Wenn jetzt doch jemand neugierig geworden ist… Wenn Interesse von deinem Umfeld besteht kannst du selbstverständlich Informationen und Anregungen auch zum selbst weiter informieren weitergeben. Nur ein paar Ideen von mir: Bücher wie Peace Food (Rüdiger Dahlke) oder Tiere Essen (Jonathan Safran Foer) oder Filme wie What the Health oder Hope for all sind ein guter Einstieg ins Thema. Oder am Besten mal gemeinsam ins vegane Café gehen 😉
  7. Argumente für eine vegane Ernährung könnten zum Beispiel sein:
  • Die vegane Lebensweise wirkt aktiv dem Klimawandel entgegen und ist die umweltfreundlichste Ernährung (die Nutztierhaltung scheidet mehr Treibhausgase als der gesamte Transportsektor aus, Nutztierhaltung ist der Hautfaktor für Regenwald-Abholzung, Ozeanverschmutzung, das Artensterben und Trinkwasserverbrauch http://www.whatthehealthfilm.com/facts)
  • Die vollwertige, vegane Lebensweise versorgt nachhaltig eine wachsende Weltbevölkerung. Für die Nutztierhaltung (Fleisch & Milchprodukte) wird ein Vielfaches an Wasser und Bodenfläche verbraucht im Vergleich zu pflanzlichen Lebensmitteln. Ressourcen, die in Anbetracht einer drohenden Überbevölkerung ein knappes Gut darstellen. Insbesondere auch in Hinblick auf weltweiten Hunger ist es sinnvoll auf pflanzliche Kalorien zurückzugreifen und nicht auf Tierische, die ein Vielfaches an pflanzlicher Biomasse zur Herstellung verbrauchen.
  • Die vegene Lebensweise kann gravierende gesundheitliche Vorteile mit sich bringen wie den Schutz vor Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes oder Gefässerkrankungen.
  • Die vegane Lebensweise vermeidet Tierleid und stellt eine Möglichkeit dar, sich gesund und vollwertig ohne ethische Abstriche lecker zu ernähren. Gleichzeitig wird der Bodenverseuchung durch Massentierhaltung entgegengewirkt und die Antibiotika-“Verseuchung“ durch Tierprodukte, welche multiresistente Keime fördert, wird unterbunden. 

Mit Klischees aufräumen: Du brauchst doch Milch und Fleisch um groß und stark zu werden…sind längst überholte Glaubenssätze

  • Das Thema Kuhmilch ist so komplex das ich da mal eine eigene Reihe zu geschrieben habe, warum Kuhmilch nicht auf den menschlichen Speiseplan gehört.
  • Selbst die WHO stuft rotes Fleisch inzwischen als krebserregend ein. Der Mythos der Relevanz von Fleisch für eine gedeckelte Proteinversorgung läßt sich genauso gut und besser über pflanzliche Lebensmittel decken. Warum tierisches Eiweiß dabei „besser“ sein soll als Pflanzliches erklärt sich aus der sog. Biologischen Verfügbarkeit, also dem Prozentsatz, mit dem die Proteine vom menschlichen Körper verwertet werden können. Dieser liegt bei tierischem Eiweiß in der Regel prozentual höher, was sich dadurch erklären läßt, dass tierisches Eiweiß von der Struktur her dem menschlichen näher ist (wir sind ja auch Säugetiere) und dementsprechend leichter wieder eingebaut werden kann. Studien belegen aber vielfach, dass pflanzliche Lebensmittel in der Kombination ähnliche und teils wesentlich höhere Biologische Wertigkeiten erreichen (z.B. Getreide mit Hülsenfrüchten wie in Reis mit Bohnen oder Falafel im Brot). Damit steht das pflanzliche Protein dem Tierischen in nichts nach. Von einem Proteinmangel kann sowieso nicht die Rede sein, da jedes Nahrungsmittel als Anteil seiner Zellen Proteine enthält und der moderne Mensch oftmals ein Zuviel an Eiweiß konsumiert, was wiederum zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann.

Fazit: Zum Abschluss möchte ich dich ermutigen, weiterhin mutig und selbstbewusst deinen Weg zu gehen, dich an der Vielfalt der pflanzlichen Küche zu erfreuen, dich weiter zu informieren, neugierig zu bleiben, auszuprobieren, dich nicht entmutigen zu lassen sondern dir Hilfe und Unterstützung zu holen, wenn du sie brauchst. Wenn Du Interesse an meiner professionellen Begleitung auf deinem Weg in die vegane Familie hast, dann lade ich dich herzlich zum „Ich bin es mir Wert“-Gespräch ein.

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